Donnerstag
FREIE BILDUNG:
IN WIDERSPRÜCHEN DENKEN UND HANDELN
Philip Taucher (GBW-Wien / ehemals ÖH Uni Wien bzw. Projekt keine_uni)
Die Widersprüche der alltäglichen Welt in der wir leben hören nicht vor dem Klassenzimmer, Vorlesungssaal, Workshopraum, oder Lesezirkel auf: Bildung ist widersprüchlich und wer sich (mit anderen) bilden will, muss in der Praxis Wege finden diese Widersprüche (für eine gewisse Zeit) aufzulösen. Indiesem Workshop wird es darum gehen unsere Sicht auf zentrale Widersprüche unserer Bildungserfahungen zu schärfen und Lösungsmöglichkeiten im Sinne einer “freien Bildung” zu sondieren. Es werden dabei Erfahrungen der TeilnehmerInnen genauso Platz finden wie ein Blick auf unterschiedliche Projekte, die schon länger versuchen “freie Bildung” zu praktizieren.
Donnerstag, 30.10.2008
13.00 bis 14.30 HS384
WHYWAR.AT – FRIEDENSPÄDAGOGISCHE PROJEKTARBEIT
Friedensbüro Salzburg
Das Friedensbüro bietet für die Zielgruppe der SchülerInnen in den Oberstufen, aber auch für alle anderen Interessierten eine interaktive Plattform zum Thema Krieg an. Ausgehend von aktuellen Kriegsschauplätzen konzentriert sich das Projekt „Why War? – Das Phänomen Krieg” auf die Förderung einer kritischen und hinterfragenden Denkweise, die Möglichkeiten internationaler Einmischung, auf Beispiele gewaltfreien Widerstands und auf die Suche nach politischen und persönlichen Handlungsspielräumen. Außerdem setzen wir uns mit der subjektiven Wahrnehmung von Krieg auseinander.
Donnerstag, 30.10.2008
15.00 bis 16.30 HS384
INTEGRATION VON MIGRANTINNEN IN BÜRGERLICHEN GESELLSCHAFTEN: (K)EIN WIDERSPRUCH?
Gerhard Hetfleisch (Geschäftsführer Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZEMIT))
“Der Versuch einer Milderung der Widersprüche im Vorzeichen universalistischer, aber bürgerlich-idealistischer Werte, ist zwangsläufig verknüpft mit der Reproduktion der gesellschaftlichen Verhältnisse in den gegebenen und grundsätzlich nicht veränderbaren – allerdings schon modifizierbaren – hierarchisch-diskriminierenden Strukturen, die an den Rändern eine Unterschicht von Verlierern erzwingen und zugleich den Nutznießern der Oberschicht zuarbeiten und deren Herrschaft sichern – “zum Wohle” der Reproduktion des Gesamten, dem Gleichheitspostulate ebenso inhärent sind wie Diskriminierung und Rassismus, verpackt in einer funktional-logischen Ordnung” (Gerhard Hetfleich im 2006 erschienenen Sammelband von Manfred Oberlechner mit dem Titel: Die missglückte Integration. Wege und Irrwege in Europa).
Donnerstag, 30.10.2008
17.00 bis 18.30 HS382
MANAGING ALTERNATIVE MEDIA – ZUR POLITISCHEN WIRKSAMKEIT ALTERNATIVER MEDIEN
Marisol Sandoval und Thomas Hauzeneder
Der österreichische Tageszeitungsmarkt besteht aus 17 Einheiten. Keine davon kann als alternativ in dem Sinn gelten, dass sie das System kommerzieller Massenmedien und die Gesellschaft grundlegend in Frage stellt. Der nahe liegende Schluss, es gäbe keine alternativen Medien, trügt. Vielmehr gelingt es derzeit keinem dieser Medien ein breites Publikum zu erreichen, wodurch deren politische Wirksamkeit fragwürdig ist. Daher soll in diesem Workshop diskutiert werden, ob und wenn ja durch welche Strategien alternative Medien stärkere Popularität erlangen können, ohne dabei ihre politischen Ziele zu verlieren. Zunächst soll ein Einblick in die Theorie alternativer Medien zeigen, welche Positionen zu dieser Frage unterschieden werden können. Diese können anschließend als Ausgangspunkt für eine Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen politisch wirksamer alternativer Medienproduktion heute dienen.
Donnerstag, 30.10.2008
19.00 bis 20.30 HS382
Freitag
DAS ENDE DES ERDÖLZEITALTERS – WARUM DIE MENSCHHEIT EINE ENERGIEWENDE BRAUCHT
André Adler (Diplomand Politikwissenschaften Uni Salzburg)
Fossile Brennstoffe sind der Motor unserer modernen Gesellschaft. Ohne sie wären der wirtschaftliche Fortschritt und die globale Vernetzung in diesem rasanten Tempo nicht möglich gewesen. Doch das rasche Ausbeuten der fossilen Ressourcen hat auch seinen Preis: Erderwärmung, astronomische Spritpreise, Ressourcenkonflikte und Unterdrückung. Trotz dieser offensichtlichen Nachteile sind die herrschenden Eliten anscheinend realitätsfern und folgen bis auf einige Ausnahmen dem Irrglaube an unendlich sprudelnde Erdölquellen.
Die Wahrheit sieht anders aus: Wenn wir heute unseren Lebensstandard weiterhin halten wollen, ohne dass die künftige Generation einen sehr hohen Preis dafür zahlen muss, dann stellt sich am Anfang des 21. Jahrhunderts die Frage nach einer vollständigen Energiewende. Im Gegensatz zu Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran gibt es erneuerbare Energien im Überfluss. Sie zu nutzen und sparsamer mit Energie umzugehen, kann uns vor dem drohenden Energiekollaps retten. Denn: Die Sonne schickt uns keine Rechnung.
Freitag 31.10.2008
13.00 bis 14.30 HS382
DIE MILITARISIERUNG DER EU
Gerald Oberansmayr (Buchautor und Redakteur der friedenspolitischen Zeitung Guernica)
EU-”Außenminister” Javier Solana schwärmte bereits im Jahr 2000, dass die Militarisierung der EU “mit Lichtgeschwindigkeit” vorankomme. Und tatsächlich wird hinter den Kulissen eifrig an der militärischen Supermacht EU gearbeitet: Aufbau einer starken Rüstungsindustrie, die eine neue Generation von Waffen für hochtechnologische Blitzkriege nach dem “Vorbild” Irak und Afghanistan produziert, Aufstellung von rasch einsetzbaren EU-Battlegroups für Militäreinsätze von Zentralafrika bis zum Hindukusch. In EU-Strategiepapieren wird offen gesagt, worum es bei diesen Einsätzen geht: “Zugang zu strategischen Rohstoffen und Absicherung der freien Handelswege” (European Defence Paper, 2004). Es ist daher kein Zufall, dass im neuen EU-Grundlagenvertrag sowohl die Verpflichtung zur Aufrüstung als auch die Verpflichtung zur “offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb” in Verfassungsrang gehoben werden soll. Der Vortrag will einen Überblick über den derzeit laufenden Prozess der EU-Militarisierung geben, Hintergründe näher beleuchten und zur Diskussion über Widerstandsmöglichkeiten und friedenspolitische Alternativen einladen.
Buchtipp: Auf dem Weg zur Supermacht – Die Militarisierung der Europäischen Union, Gerald Oberansmayr. Promedia-Verlag, 2005. Zu bestellen bei Werkstatt Frieden & Solidarität.
Freitag 31.10.2008
15.00 bis 16.30 HS382
PODIUMSDISKUSSION: BILDUNG ZWISCHEN ÖKONOMISIERUNG UND EMANZIPATION
Forschung und Lehre heute finden in einem zunehmenden Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und den Verwertungsinteressen der Wirtschaft statt – oder ist beides miteinander vereinbar?
Es diskutieren:
Michaela Strasser (Professorin am Fachbereich Politikwissenschaften der Uni Salzburg)
Albert Duschl (Vizerektor für Forschung Uni Salzburg)
Gerhard Jöchtl (Vizerektor Fachhochschule Salzburg)
Rosa Nentwich-Bouchal (ehem. Vorsitz Bundes-ÖH)
Moderation: Christoph Eschbacher (KSV Salzburg)
Freitag, 31.10.2008
17.30 bis ca. 20.30 HS380
0 Antworten zu „Programm“